— Wer hat die Erlaubnis erteilt, Geld auszugeben?
– Das ist mein Geld.
— In dieser Familie wird alles geteilt!
– Stimmt das?
Vera sah ihr zum ersten Mal direkt in die Augen.
Auch Zoya Ivanovna war ratlos.
– Natürlich ist das üblich.
— Warum zahle dann nur ich die Hypothek ab?
In der Küche herrschte Stille.
Gleb rutschte nervös auf seinem Stuhl hin und her.
— Es beginnt…
– Nein, Gleb. Es fängt gerade erst an.
Zoya Ivanovna stand abrupt auf.
Ihr Gesicht lief rot vor Wut an.
— Wenn es dir nicht gefällt, geh zu deiner Mutter!
Diese Worte klangen wie ein Schuss.
Mehrere Sekunden lang rührte sich niemand.
Dann nickte Vera langsam.
Sehr ruhig.
So ruhig, dass meiner Schwiegermutter ein Schauer über den Rücken lief.
– Bußgeld.
– Was ist gut?
– Ich gehe.
Gleb grinste.
Er war sich sicher, dass dies wieder nur eine leere Drohung war.
Wie sehr er sich doch irrte.
Kapitel 6. Abreise
Am nächsten Morgen wachte Vera als Erste auf.
Sie sammelte die notwendigen Dinge ein.
Kleidung.
Laptop.
Persönliche Dokumente.
Fotos.
Und noch etwas.
Etwas, dem damals niemand Beachtung schenkte.
Ein Ordner mit Originaldokumenten für das Haus, das sie vor vielen Jahren von ihrer Großmutter geerbt hat.
Nur die engsten Verwandten wussten von der Existenz dieses Hauses.
Gleb glaubte, es handele sich um ein altes, baufälliges Gebäude irgendwo im Dorf.
In Wirklichkeit war alles anders.
Die Region hat sich in den letzten Jahren aktiv weiterentwickelt.
Die Grundstückspreise haben sich um ein Vielfaches erhöht.
Und nun besaß dieses Haus einen hohen Wert.
Deshalb hat Vera die Details nie jemandem erzählt.
Sie war überzeugt, dass ihr diese Vorsicht eines Tages das Leben retten könnte.
Als der Koffer gepackt war, ging sie hinaus auf den Flur.
Zoya Ivanovna trank Tee.
Gleb sah fern.
Niemand hatte damit gerechnet, dass sie tatsächlich gehen würde.
„Meinst du das ernst?“, fragte der Ehemann.
– Absolut.
— Und wie lange noch?
Vera sah ihn lange an.
– Ich denke für immer.
Zum ersten Mal seit langer Zeit sah sie Verwirrung in seinem Gesicht.
Doch es war bereits zu spät.
Es ist zu spät.
Sie öffnete die Tür.
Sie trat über die Schwelle.
Und ich verspürte eine seltsame Erleichterung.
Es war, als wäre ihr eine schwere Last, die sie viele Jahre getragen hatte, von den Schultern genommen worden.
Sie ahnte noch nicht, dass Gleb und Zoya Ivanovna in wenigen Wochen selbst zu ihr angerannt kommen würden.
Ihr Selbstvertrauen wird zusammenbrechen.
Und dann wird deutlich werden, wie sehr sie die Frau unterschätzt haben, die sie für schwach und wehrlos hielten.
Fortgesetzt werden…
