Teil 1:
Ich glaubte, der Abschied von dem Mann, den ich den größten Teil meines Lebens geliebt hatte, wäre das Schmerzlichste, was ich je ertragen müsste.
Ich habe mich geirrt.
Der wahre Grund für Thomas’ Rückkehr zu mir wurde erst nach seinem Weggang deutlich.
Der Regen klopfte leise gegen das Fenster meiner kleinen Mietwohnung, während ich allein da saß und in einer Tasse Instantkaffee rührte, den ich mir mit meinem Budget kaum leisten konnte.
Mit dreiundsiebzig Jahren kehrte ich in die Stadt zurück, die ich mit siebzehn verlassen hatte. Die Gebäude hatten sich verändert, die Geschäfte hatten andere Namen, und viele vertraute Gesichter waren verschwunden.
Und doch irgendwie erinnerten sich die Straßen noch an mich.
Meine Rente reichte nicht aus, um die steigende Miete und die laufenden Kosten zu decken, also holte ich mein altes Krankenpflegeabzeichen aus einer Schublade, kaufte mir eine neue Uniform und kehrte zur Arbeit ins örtliche Krankenhaus zurück.
Es war derselbe Beruf, aus dem ich Jahre zuvor in den Ruhestand getreten war.
Die Heimkehr war seltsam.
Fast nichts sah so aus, wie ich es in Erinnerung hatte, aber alles vermittelte dasselbe Gefühl.
Ich war nie verheiratet gewesen.
