Zahnalterung und psychische Gesundheit im Alter

Zähne und Sprache

Zähne und Zahnersatz beeinflussen auch die Aussprache. Fehlen Zähne oder sitzt eine Prothese nicht richtig, können bestimmte Laute schwieriger auszusprechen sein.

Für manche Menschen stellt das lediglich eine kleine Veränderung dar. Andere erleben sie jedoch als sehr belastend, insbesondere wenn sie deshalb das Gefühl haben, undeutlicher zu sprechen.

Die Folge kann sein, dass Betroffene in Gesellschaft weniger reden oder Gespräche meiden. Genau diese schrittweisen Veränderungen können die soziale Sicherheit beeinträchtigen.

Wenn Rückzug zu Einsamkeit führt

Probleme mit den Zähnen führen nicht automatisch zu Depressionen. Dennoch können Schmerzen, Schwierigkeiten beim Essen, Scham und eingeschränkte Kommunikation gemeinsam das psychische Wohlbefinden beeinflussen.

Besonders kritisch kann es werden, wenn sich eine Person zunehmend zurückzieht. Aus weniger gemeinsamen Mahlzeiten werden möglicherweise weniger Besuche. Aus Unsicherheit beim Sprechen wird Zurückhaltung. Und aus gelegentlichem Rückzug kann längerfristig soziale Isolation entstehen.

Einsamkeit und soziale Isolation wiederum können die psychische Gesundheit belasten. Deshalb ist es wichtig, die sozialen Auswirkungen von Zahnproblemen nicht als reine Eitelkeit abzutun.

Wenn jemand plötzlich nicht mehr gemeinsam essen möchte, kaum noch lächelt oder soziale Treffen vermeidet, können auch Schmerzen oder Probleme mit den Zähnen eine mögliche Erklärung sein.

Wie sich die Mundgesundheit im Alter erhalten lässt

Eine konsequente tägliche Mundpflege bleibt auch im höheren Lebensalter die wichtigste Grundlage. Alternde Zähne brauchen nicht zwangsläufig völlig andere Pflege, doch vorhandene Probleme wie empfindliche Zahnhälse, Mundtrockenheit, Zahnfleischerkrankungen oder Zahnersatz können eine individuelle Anpassung notwendig machen.

Regelmäßig und gründlich Zähne putzen

Die Zähne sollten sorgfältig mit einer geeigneten Zahnbürste und fluoridhaltiger Zahnpasta gereinigt werden. Besonders wichtig ist die regelmäßige Entfernung von Zahnbelag.

Dabei sollte nicht mit übermäßigem Druck gearbeitet werden. Starkes Schrubben reinigt nicht automatisch besser und kann empfindliches Zahnfleisch zusätzlich belasten.

Auch die Bereiche am Zahnfleischrand verdienen besondere Aufmerksamkeit, weil sich dort Beläge ansammeln können.

Die Zahnzwischenräume nicht vergessen

Eine Zahnbürste erreicht nicht jede Stelle zwischen den Zähnen. Deshalb kann die zusätzliche Reinigung der Zahnzwischenräume sinnvoll sein.

Welche Hilfsmittel dafür am besten geeignet sind, hängt unter anderem von der Größe der Zahnzwischenräume, vorhandenen Kronen oder Brücken sowie der Beweglichkeit der Hände ab.

Eine Zahnarztpraxis kann zeigen, welche Methode sich im individuellen Fall am einfachsten und sichersten anwenden lässt.

Was tun bei eingeschränkter Beweglichkeit?

Arthrose, eingeschränkte Beweglichkeit der Hände oder andere körperliche Beschwerden können das Halten und präzise Führen einer Zahnbürste erschweren.

In solchen Situationen kann eine elektrische Zahnbürste eine praktische Unterstützung sein. Sie nimmt einen Teil der notwendigen Bürstenbewegungen ab und kann dadurch die tägliche Reinigung erleichtern.

Ist selbstständiges Putzen nicht mehr zuverlässig möglich, sollte Unterstützung durch Angehörige oder Pflegepersonen organisiert werden.

Dabei geht es nicht darum, Selbstständigkeit unnötig einzuschränken. Vielmehr sollte so viel Eigenständigkeit wie möglich erhalten bleiben, während bei schwierigen Bereichen gezielt geholfen wird.

Mundtrockenheit ernst nehmen

Wer häufig einen trockenen Mund bemerkt, sollte das Problem nicht ignorieren. Ausreichendes Trinken kann dazu beitragen, den Mund angenehm feucht zu halten, sofern aus medizinischen Gründen keine Einschränkung der Flüssigkeitszufuhr besteht.

Bei anhaltender Mundtrockenheit reicht mehr Wasser jedoch nicht immer aus. Deshalb sollte die Ursache geklärt werden.

Besonders wichtig ist es, Medikamente zu berücksichtigen. Verschiedene Arzneimittel können als Nebenwirkung Mundtrockenheit verursachen.

Medikamente sollten deswegen allerdings niemals eigenmächtig abgesetzt oder verändert werden. Wer einen Zusammenhang vermutet, sollte dies mit dem behandelnden Arzt, Zahnarzt oder Apotheker besprechen.

Zahnersatz regelmäßig überprüfen lassen

Auch Prothesen, Brücken und andere Formen des Zahnersatzes benötigen regelmäßige Pflege und Kontrolle.

Der Mund verändert sich mit der Zeit. Dadurch kann Zahnersatz, der früher gut saß, später drücken oder weniger stabil werden.

Druckstellen, Schmerzen oder Schwierigkeiten beim Kauen sollten deshalb nicht dauerhaft hingenommen werden.

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