Wissenschaftler untersuchen ein gängiges Nahrungsergänzungsmittel, das möglicherweise das Gedächtnis schnell verbessert und Demenz vorbeugt.

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Darm und Gehirn sind stärker miteinander verbunden, als wir einst dachten.

Der menschliche Darm beherbergt ein riesiges Ökosystem von Mikroorganismen, das sogenannte Darmmikrobiom. Diese Bakterien helfen bei der Verdauung, produzieren Vitamine und unterstützen die Immunabwehr. Im letzten Jahrzehnt haben Wissenschaftler entdeckt , dass sie auch Signale an das Gehirn senden.

Die Kommunikation zwischen Darm und Gehirn erfolgt über verschiedene Wege. Chemische Botenstoffe, die von Bakterien produziert werden, können das Nervensystem beeinflussen. Immunsignale, die im Verdauungssystem ausgelöst werden, können Entzündungen im Gehirn beeinflussen. Hormone, die während der Verdauung freigesetzt werden, spielen möglicherweise auch eine Rolle bei der Beeinflussung von Stimmung, Konzentration und Gedächtnis.

Aufgrund dieser komplexen Beziehung kann die Gesundheit der Darmbakterien weitreichende Auswirkungen auf den gesamten Körper haben.

Verändert sich das Gleichgewicht der Darmflora , kann dies Gehirnfunktionen wie Lernen, Aufmerksamkeit und Gedächtnisbildung beeinflussen. Forscher interessieren sich zunehmend dafür, ob eine Verbesserung der Darmgesundheit die kognitive Leistungsfähigkeit fördern kann, insbesondere bei älteren Erwachsenen, die ein höheres Risiko für Gedächtnisverlust aufweisen.

Erforschung des Potenzials präbiotischer Ballaststoffe

Ein Forscherteam des King’s College London untersuchte, ob die Zufuhr nützlicher Darmbakterien das Gedächtnis von Menschen über 60 Jahren verbessern kann. Das Projekt wurde von Dr. Mary Ni Lochlainn geleitet, einer Spezialistin für Altern und Gehirngesundheit.

Die Forscher konzentrierten sich auf zwei Arten von Ballaststoffen, Inulin und Fructooligosaccharide. Diese Verbindungen zählen zu den Präbiotika. Im Gegensatz zu den meisten Lebensmitteln werden Präbiotika nicht von menschlichen Enzymen verdaut. Stattdessen passieren sie den Verdauungstrakt unverdaut und dienen dort als Nahrung für nützliche Darmbakterien.

Wenn Bakterien diese Ballaststoffe fermentieren, produzieren sie Substanzen, die die Gehirnfunktion und die allgemeine Gesundheit beeinflussen können.

Um zu untersuchen, ob diese Fasern die kognitive Leistungsfähigkeit unterstützen könnten , entwarfen die Wissenschaftler eine sorgfältig kontrollierte Studie mit Zwillingen.

Was geschah im Darm?

Während des dreimonatigen Untersuchungszeitraums beobachteten die Forscher deutliche Veränderungen in der Darmflora derjenigen, die das Präbiotikum einnahmen.

Eine der bedeutendsten Veränderungen war die Zunahme von Bakterien der Gattung Bifidobacterium . Diese Mikroorganismen werden häufig mit positiven gesundheitlichen Wirkungen in Verbindung gebracht und sind dafür bekannt, gut auf Ballaststoffe wie Inulin und Fructooligosaccharide zu reagieren.

Bifidobakterien gelten als nützlich, weil sie beim Abbau komplexer Kohlenhydrate helfen und Verbindungen produzieren, die die Darmgesundheit unterstützen.

Wichtig ist, dass das Präparat im Allgemeinen gut vertragen wurde. Die Teilnehmer berichteten lediglich in einigen Fällen von leichten Verdauungsbeschwerden, was häufig vorkommt, wenn die Ballaststoffzufuhr erhöht wird. Die meisten Freiwilligen nahmen das Präparat während der gesamten Studie regelmäßig ein.

Die beobachteten Veränderungen des Mikrobioms veränderten die Gesamtvielfalt der Darmbakterien nicht dramatisch. Stattdessen nahmen bestimmte Mikrobengruppen in einer Weise zu, die angesichts der Art der konsumierten Ballaststoffe biologisch sinnvoll war.

Verbesserungen der Speicherleistung

Das interessanteste Ergebnis ergab sich, als die Forscher die kognitive Leistungsfähigkeit untersuchten .

Teilnehmer, die das Präbiotika-Präparat einnahmen, schnitten bei Gedächtnis- und Lerntests besser ab. Insbesondere machten sie weniger Fehler bei einer Aufgabe namens Paired Associates Learning Test (PAL-Test).

Dieser Test wird häufig von Wissenschaftlern eingesetzt, um frühe Anzeichen von Gedächtnisproblemen im Zusammenhang mit der Alzheimer-Krankheit zu erkennen. Er misst, wie gut sich Personen Verbindungen zwischen Mustern und Orten merken können.

Teilnehmern könnten beispielsweise verschiedene Formen an unterschiedlichen Stellen auf einem Bildschirm gezeigt werden. Später müssen sie sich erinnern, wo jede Form ursprünglich zu sehen war. Diese Art von Gedächtnis erfordert vom Gehirn die Bildung neuer Verknüpfungen – eine Fähigkeit, die im Frühstadium der Alzheimer-Krankheit häufig nachlässt.

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Warum diese Art von Gedächtnis wichtig ist

Die Fähigkeit, neue Assoziationen zu bilden, ist zentral für das Alltagsgedächtnis. Sie ermöglicht es Menschen, sich zu erinnern, wo sie ihre Schlüssel hingelegt haben, neue Gesichter zu erkennen oder Namen mit Orten zu verknüpfen.

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