5. Die Darmbakterien erhalten Nahrung
Bestimmte Ballaststoffbestandteile gelangen weitgehend unverdaut in den Dickdarm. Dort dienen sie den Darmbakterien als Nahrungsquelle.
Eine ballaststoffreiche Ernährung kann grundsätzlich eine vielfältige Darmflora unterstützen. Süßkartoffeln allein reichen dafür jedoch nicht aus.
Für eine möglichst abwechslungsreiche Versorgung der Darmbakterien sollten verschiedene pflanzliche Lebensmittel gegessen werden, darunter:
- Gemüse
- Obst
- Hülsenfrüchte
- Vollkornprodukte
- Nüsse
- Samen
- Kräuter
Abgekühlte gekochte Süßkartoffeln können außerdem einen höheren Anteil resistenter Stärke enthalten. Resistente Stärke wird im Dünndarm nicht vollständig verdaut und kann ebenfalls von Darmbakterien verwertet werden.
6. Die Haut kann von der Nährstoffversorgung profitieren
Beta-Carotin, Vitamin C und weitere Pflanzenstoffe sind an verschiedenen Prozessen beteiligt, die auch für die Haut wichtig sind.
Vitamin C wird für die normale Kollagenbildung benötigt. Vitamin A trägt zur Erhaltung normaler Haut und Schleimhäute bei.
Der regelmäßige Verzehr von Süßkartoffeln kann daher einen kleinen Beitrag zu einer nährstoffreichen Ernährung leisten. Er ersetzt jedoch weder Sonnenschutz noch eine medizinische Behandlung bei Hauterkrankungen.
Auch Schlaf, Flüssigkeitszufuhr, Stress, Hormone und die gesamte Ernährung beeinflussen das Hautbild.
7. Dein Immunsystem wird mit wichtigen Nährstoffen versorgt
Vitamin A und Vitamin C unterstützen die normale Funktion des Immunsystems. Da Süßkartoffeln beide Nährstoffe liefern können, sind sie eine sinnvolle Ergänzung einer ausgewogenen Ernährung.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Süßkartoffeln Erkältungen oder andere Infektionen verhindern. Das Immunsystem ist ein komplexes System, das von vielen Faktoren beeinflusst wird.
Dazu gehören:
- ausreichender Schlaf
- regelmäßige Bewegung
- eine abwechslungsreiche Ernährung
- eine ausreichende Eiweißzufuhr
- Stressmanagement
- Impfungen
- die allgemeine gesundheitliche Situation
8. Antioxidantien können die Zellen schützen
Bei normalen Stoffwechselvorgängen entstehen im Körper freie Radikale. In übermäßiger Menge können sie oxidativen Stress fördern und Zellstrukturen belasten.
Antioxidantien helfen dem Körper dabei, diese reaktiven Moleküle zu neutralisieren. Süßkartoffeln liefern je nach Sorte Beta-Carotin, Anthocyane und andere Pflanzenstoffe.
Eine Ernährung mit vielen verschiedenen Gemüse- und Obstsorten ist dabei sinnvoller, als sich ausschließlich auf ein einzelnes Lebensmittel zu verlassen.
Verschiedene Farben auf dem Teller liefern häufig unterschiedliche Pflanzenstoffe. Orangefarbene, grüne, rote, violette und weiße Gemüsesorten sollten sich daher möglichst abwechseln.
9. Die Kaliumzufuhr kann steigen
Wer täglich Süßkartoffeln isst, kann mehr Kalium aufnehmen. Kalium ist wichtig für den Flüssigkeitshaushalt, die Muskelfunktion, die Nervenleitung und die Blutdruckregulation.
Für gesunde Menschen ist eine kaliumreiche Ernährung meist vorteilhaft. Personen mit eingeschränkter Nierenfunktion müssen jedoch möglicherweise auf ihre Kaliumzufuhr achten.
In diesem Fall sollte der regelmäßige Verzehr kaliumreicher Lebensmittel mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer qualifizierten Ernährungsfachkraft besprochen werden.
Sind Süßkartoffeln besser als normale Kartoffeln?
Süßkartoffeln und gewöhnliche Kartoffeln haben unterschiedliche Stärken. Es ist nicht sinnvoll, eine der beiden Sorten grundsätzlich als gut und die andere als schlecht zu bewerten.
Süßkartoffeln enthalten häufig mehr Beta-Carotin, insbesondere orangefarbene Sorten. Normale Kartoffeln liefern ebenfalls Kalium, Vitamin C, Ballaststoffe und sättigende Kohlenhydrate.
Beide Lebensmittel können Bestandteil einer gesunden Ernährung sein.
Entscheidender als die Sorte ist oft die Zubereitung. Eine gekochte oder gebackene Kartoffel mit Gemüse und einer Eiweißquelle ist ernährungsphysiologisch anders zu bewerten als stark gesalzene, frittierte Pommes mit fettreicher Sauce.
Dasselbe gilt für Süßkartoffeln.
Wie beeinflussen Süßkartoffeln den Blutzucker?
Süßkartoffeln schmecken süß, enthalten aber nicht automatisch extrem viel freien Zucker. Der süße Geschmack entsteht aus den natürlich enthaltenen Kohlenhydraten und verändert sich durch das Erhitzen.
Beim Backen oder langen Garen kann die Süße stärker hervortreten. Der Körper zerlegt die Stärke während der Verdauung in Glukose, wodurch der Blutzuckerspiegel steigt.
Wie stark dieser Anstieg ausfällt, ist individuell verschieden.
Menschen mit Diabetes oder Insulinresistenz müssen Süßkartoffeln nicht grundsätzlich vermeiden. Sie sollten jedoch auf die Portion, die Zubereitung und die Kombination der Mahlzeit achten.
Eine günstige Kombination kann beispielsweise bestehen aus:
- einer mäßigen Portion Süßkartoffeln
- viel Gemüse
- einer Eiweißquelle
- einer kleinen Menge Fett
Wer regelmäßig den Blutzucker kontrolliert, kann beobachten, wie der eigene Körper auf verschiedene Mengen und Zubereitungsformen reagiert.
Können Süßkartoffeln beim Abnehmen helfen?
Süßkartoffeln können Teil einer Ernährung zur Gewichtsabnahme sein, weil sie sättigende Kohlenhydrate und Ballaststoffe liefern.
Sie sind jedoch kein Fettverbrenner und führen nicht allein zu einer Gewichtsabnahme. Entscheidend bleibt, wie viele Kalorien über einen längeren Zeitraum aufgenommen und verbraucht werden.
Eine gebackene Süßkartoffel mit Gemüse und Kräuterquark kann eine sättigende Mahlzeit sein. Werden Süßkartoffeln dagegen frittiert, stark gezuckert oder mit großen Mengen Butter, Käse und cremiger Sauce serviert, steigt der Kaloriengehalt deutlich.
Auch die Portionsgröße spielt eine wichtige Rolle.
Für viele Menschen ist eine mittelgroße Süßkartoffel als Teil einer vollständigen Mahlzeit ausreichend. Der persönliche Bedarf hängt jedoch von Körpergröße, Aktivität, Alter und Gesundheitszustand ab.
Wann Süßkartoffeln problematisch sein können
Obwohl Süßkartoffeln für die meisten Menschen gut verträglich sind, können sie unter bestimmten Umständen Beschwerden verursachen.
1. Sehr große Mengen können Verdauungsprobleme verursachen
Wer täglich sehr große Portionen isst, nimmt gleichzeitig viele Ballaststoffe und Kohlenhydrate auf. Das kann bei empfindlichen Menschen zu folgenden Beschwerden führen:
- Blähungen
- Völlegefühl
- Bauchschmerzen
- weicher Stuhl
- Durchfall
- Verstopfung bei zu geringer Flüssigkeitszufuhr
Besonders bei einer plötzlichen Ernährungsumstellung sollte die Menge langsam gesteigert werden.
