Heute habe ich noch die letzten Blutpflaumen vor den Insekten gerettet und zum ersten Mal Marmelade daraus gemacht.

Nachdem die Masse einige Minuten sprudelnd gekocht hatte, machte ich eine Gelierprobe. Dafür gibt man einen kleinen Löffel Marmelade auf einen kalten Teller. Wird sie nach kurzer Zeit fest oder dickflüssig, ist sie fertig. Bleibt sie sehr flüssig, sollte sie noch ein wenig weiterkochen.

Die heiße Marmelade habe ich anschließend sofort in saubere, vorbereitete Gläser gefüllt. Dabei sollte man darauf achten, dass die Glasränder sauber bleiben. Danach werden die Gläser fest verschlossen.

Das Ergebnis hat mich vollkommen überzeugt. Die Marmelade schmeckt herrlich fruchtig, leicht säuerlich und nicht so eintönig süß wie manche gekaufte Sorte. Durch die dunklen Blutpflaumen bekommt sie außerdem eine besonders schöne Farbe.

Sie passt wunderbar auf frisches Brot, Brötchen oder Toast. Auch zu Pfannkuchen, Waffeln, Joghurt oder Quark kann man sie servieren. Selbst als Füllung für Kuchen, Plätzchen oder Hefeteilchen eignet sie sich sehr gut.

Im Nachhinein ärgere ich mich ein wenig darüber, dass ich den Baum so viele Jahre kaum beachtet habe. Wahrscheinlich sind unzählige Früchte heruntergefallen oder wurden von Vögeln und Insekten gefressen, während ich gar nicht wusste, was für ein Schatz direkt in unserem Garten wächst.

Gleichzeitig freue ich mich, dass ich die Blutpflaumen nun endlich entdeckt habe. Manchmal stehen die besten Zutaten tatsächlich direkt vor der eigenen Haustür, und man muss nur genauer hinsehen.

Für das nächste Jahr habe ich mir vorgenommen, den Baum früher zu beobachten. Sobald die Früchte reif werden, möchte ich rechtzeitig ernten. Vielleicht werde ich dann nicht nur Marmelade kochen, sondern auch Kompott, Pflaumenkuchen oder eine fruchtige Soße ausprobieren.

Auch das Einfrieren der entsteinten Früchte wäre eine gute Möglichkeit. So könnte man die Blutpflaumen später im Jahr für Kuchen, Desserts oder Fruchtmus verwenden.

Diese erste selbst gemachte Blutpflaumenmarmelade war für mich deshalb nicht nur ein neues Rezept, sondern eine echte Entdeckung. Nach 35 Jahren habe ich endlich verstanden, dass unser alter Baum viel mehr kann, als nur schön auszusehen und Schatten zu spenden.

Er liefert köstliche Früchte, die viel zu schade sind, um unbeachtet auf den Boden zu fallen.

Manchmal braucht es eben viele Jahre und einen zufälligen Moment, bis man erkennt, welcher kleine Schatz schon die ganze Zeit im eigenen Garten gewachsen ist.

 

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