Heute habe ich noch die letzten Blutpflaumen vor den Insekten gerettet und zum ersten Mal Marmelade daraus gemacht.

Eigentlich ist es kaum zu glauben: Wir haben diesen Baum schon seit ungefähr 35 Jahren in unserem Garten. All die Jahre stand er dort, wurde größer, spendete Schatten und gehörte ganz selbstverständlich zu unserem Grundstück. Trotzdem habe ich nie wirklich darauf geachtet, dass er Früchte trägt. Noch weniger wusste ich, dass diese kleinen, dunklen Pflaumen tatsächlich essbar sind und sich wunderbar verarbeiten lassen.

Vielleicht lag es daran, dass die Früchte zwischen den Blättern nicht sofort auffallen. Vielleicht dachte ich auch einfach, es handle sich um einen reinen Zierbaum. Erst in diesem Jahr habe ich die dunklen, fast schwarzen Früchte genauer betrachtet. Viele davon waren bereits sehr reif, einige waren heruntergefallen und andere wurden schon von Insekten entdeckt.

Also beschloss ich, die letzten schönen Blutpflaumen schnell zu pflücken, bevor nichts mehr übrig blieb.

Beim ersten Kosten war ich wirklich überrascht. Das Fruchtfleisch war saftig, angenehm süß und gleichzeitig leicht säuerlich. Der Geschmack war viel intensiver, als ich erwartet hatte. Besonders auffällig war die wunderschöne dunkelrote Farbe, die sich unter der Schale verbarg. Sofort kam mir die Idee, aus den verbliebenen Früchten Marmelade zu kochen.

Da ich noch nie Marmelade aus Blutpflaumen gemacht hatte, war ich zunächst etwas unsicher. Doch die Zubereitung ist einfacher, als man denkt. Zuerst wurden die Früchte gründlich gewaschen. Danach habe ich sie halbiert, die Kerne entfernt und alle beschädigten Stellen sorgfältig weggeschnitten.

Schon beim Schneiden färbte sich das Messer tiefrot. Auch der Fruchtsaft hatte eine kräftige Farbe. Die vorbereiteten Pflaumen kamen anschließend in einen großen Topf. Je nach Geschmack kann man die Früchte kleiner schneiden oder beim Kochen später mit einem Kartoffelstampfer etwas zerdrücken.

Zu den Blutpflaumen gab ich Gelierzucker. Wer es etwas frischer und weniger süß mag, kann zusätzlich etwas Zitronensaft verwenden. Die Säure der Zitrone passt sehr gut zu den Pflaumen und unterstützt gleichzeitig die Gelierung.

Die Fruchtmasse wurde langsam erhitzt und dabei regelmäßig umgerührt. Nach kurzer Zeit begannen die Pflaumen weich zu werden. Es entstand ein intensiver, fruchtiger Duft, der sich in der ganzen Küche verbreitete. Die Farbe der Marmelade wurde immer kräftiger und entwickelte sich zu einem wunderschönen dunklen Rot.

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