Die Mandeln sind ein wichtiger Bestandteil unseres Immunsystems. Sie befinden sich am Eingang der Atem- und Speisewege und wirken wie eine erste Schutzbarriere gegen Keime.
Jedes Mal, wenn wir essen oder atmen, kommen die Mandeln mit unzähligen Mikroorganismen in Kontakt. Sie erkennen viele dieser Erreger und helfen dem Körper dabei, passende Immunreaktionen aufzubauen.
Gerade weil sie ständig Keime abfangen, können sich in ihren Krypten Rückstände ansammeln.
Warum entstehen Mandelsteine?
Die Entstehung ist meist auf mehrere Faktoren zurückzuführen.
Tiefe Mandelkrypten
Einige Menschen besitzen besonders tiefe oder verzweigte Krypten. Dadurch bleiben Ablagerungen leichter hängen.
Bakterien
Im Mund leben Hunderte verschiedener Bakterienarten. Einige davon bauen Eiweiße ab und produzieren schwefelhaltige Verbindungen, die für den unangenehmen Geruch verantwortlich sein können.
Unvollständige Reinigung
Selbst sorgfältiges Zähneputzen erreicht die Mandeln nicht vollständig. Deshalb können sich dort Rückstände ansammeln.
Häufige Mandelentzündungen
Wer wiederholt unter Mandelentzündungen leidet, entwickelt häufig tiefere Vernarbungen der Krypten. Dadurch steigt das Risiko für Mandelsteine.
Trockener Mund
Zu wenig Speichel begünstigt das Wachstum bestimmter Bakterien. Ursachen können unter anderem Flüssigkeitsmangel, Rauchen oder bestimmte Medikamente sein.
Welche Beschwerden können auftreten?
Viele Menschen bemerken Mandelsteine überhaupt nicht. Kleine Ablagerungen bleiben oft unentdeckt und lösen keinerlei Symptome aus.
Größere Mandelsteine können dagegen verschiedene Beschwerden verursachen:
- hartnäckiger Mundgeruch
- Fremdkörpergefühl im Hals
- Schluckbeschwerden
- leichter Druck im Rachen
- Reizhusten
- Ohrenschmerzen durch ausstrahlende Nervenreize
- unangenehmer Geschmack im Mund
Nicht jeder Betroffene entwickelt alle Symptome. Häufig steht lediglich der Mundgeruch im Vordergrund.
Warum verursachen Mandelsteine Mundgeruch?
Viele Betroffene putzen regelmäßig ihre Zähne und verwenden Mundspülungen – dennoch bleibt der schlechte Atem bestehen.
Der Grund liegt darin, dass sich bestimmte Bakterien tief in den Mandelkrypten vermehren können. Beim Abbau organischer Stoffe entstehen flüchtige Schwefelverbindungen, die einen intensiven unangenehmen Geruch entwickeln.
Solange die Ablagerungen bestehen bleiben, helfen herkömmliche Mundpflegeprodukte oft nur vorübergehend.
Wer ist besonders betroffen?
Grundsätzlich kann jeder Mandelsteine entwickeln.
Etwas häufiger treten sie auf bei:
- Erwachsenen
- Menschen mit tiefen Mandelkrypten
- Personen mit wiederkehrenden Mandelentzündungen
- Rauchern
- Menschen mit chronischem Mundtrockenheit
- Personen mit unzureichender Mundhygiene
Kinder entwickeln deutlich seltener größere Mandelsteine.
Sind Mandelsteine gefährlich?
In den allermeisten Fällen lautet die Antwort: nein.
Mandelsteine gelten als gutartige Ablagerungen und stellen normalerweise kein ernsthaftes Gesundheitsproblem dar.
Allerdings können sie die Lebensqualität beeinträchtigen, insbesondere wenn:
- der Mundgeruch dauerhaft besteht,
- das Schlucken schmerzhaft wird,
- die Mandeln häufig entzündet sind,
- oder sich die Beschwerden ständig wiederholen.
Dann empfiehlt sich eine Untersuchung beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt.
