Haben Sie schon einmal kleine weißliche oder gelbliche Kügelchen im hinteren Bereich Ihres Rachens entdeckt und sich gefragt, was das eigentlich ist? Viele Menschen erschrecken sich beim ersten Anblick dieser ungewöhnlichen Ablagerungen. Tatsächlich handelt es sich in den meisten Fällen um sogenannte Mandelsteine (Tonsillensteine oder Tonsillolithen). Obwohl sie oft harmlos sind, können sie unangenehme Beschwerden verursachen und geben interessante Einblicke in die Funktionsweise unseres Immunsystems.
Ein virales Phänomen sorgt für Neugier
In den sozialen Medien tauchen immer wieder Videos auf, in denen Menschen ihre Mandelsteine zeigen oder erklären, wie sie diese entfernen. Millionen von Aufrufen beweisen, dass dieses Thema viele Menschen fasziniert. Während einige Nutzer überrascht sind, überhaupt von ihrer Existenz zu erfahren, erkennen andere plötzlich die Ursache für langjährige Beschwerden wie Mundgeruch oder ein ständiges Fremdkörpergefühl im Hals.
Obwohl der Anblick ungewöhnlich wirken kann, sind Mandelsteine keineswegs eine neue Erscheinung. Ärzte kennen sie bereits seit vielen Jahrzehnten. Erst durch soziale Netzwerke wurde das Thema einer breiten Öffentlichkeit bekannt.
Was sind Mandelsteine eigentlich?
Der Begriff « Stein » kann etwas irreführend sein. Tatsächlich bestehen Mandelsteine nicht aus Mineralien wie Nieren- oder Gallensteine. Es handelt sich vielmehr um kleine Ansammlungen organischen Materials.
Die Mandeln besitzen zahlreiche natürliche Vertiefungen und Falten, sogenannte Krypten. Diese dienen eigentlich dazu, Krankheitserreger einzufangen und das Immunsystem zu unterstützen. Genau diese Vertiefungen können jedoch auch winzige Partikel festhalten.
Dazu gehören unter anderem:
- Speisereste
- abgestorbene Schleimhautzellen
- Bakterien
- Schleim
- Speichelbestandteile
Mit der Zeit verdichtet sich dieses Material. Durch Mineralien wie Kalzium kann die Masse verhärten und die typischen weißlichen oder gelblichen Mandelsteine bilden.
