TEIL 2: DIE GEHEIMNISSE IM HAUS
Am darauffolgenden Morgen durchsuchten die Ermittler das Haus von Julian und Victoria.
Sie entdeckten medizinische Hilfsmittel, nicht zugelassene Medikamente und schriftliche Aufzeichnungen, aus denen hervorging, wann Chloe Dosen verabreicht worden waren, die sie ungewöhnlich schläfrig machten.
Auf Julians Computer fanden die Ermittler eine gefälschte Sterbeurkunde.
Der im Dokument genannte Arzt bestätigte, dass er Chloe nie untersucht habe.
Die Polizei befragte auch den privaten Bestattungsunternehmer. Dieser gab zu, bar bezahlt zu haben und verlangte eine sofortige, private Trauerfeier ohne die übliche ärztliche Untersuchung.
Weitere Beweise wurden auf Victorias Handy gefunden.
In Nachrichten an eine Verwandte beklagte sie sich, dass die Betreuung von Chloe die Familie daran hindere, das perfekte Leben zu führen, das sie sich wünschte. Seit der Geburt ihres jüngeren Kindes Leo war Chloe nach und nach aus Familienfotos und Social-Media-Posts verschwunden.
Victoria teilte häufig Bilder ihres kleinen Sohnes, während sie ihren Freunden erzählte, dass Chloe zu krank oder zu ängstlich sei, um in der Öffentlichkeit aufzutreten.
Eleanor erinnerte sich an jeden verpassten Besuch und jeden unbeantworteten Anruf.
Sie erinnerte sich daran, dass Julian Chloe als schwierig und anspruchsvoll beschrieben hatte.
Aber Chloe war nie schwierig gewesen.
Sie war ein verängstigtes Kind, das Fürsorge, Geduld und Schutz brauchte.
Ein Kriminalbeamter fragte Eleanor, ob sie glaube, dass das Paar wusste, dass Chloe noch lebte, als sie sie in den Sarg legten.
Eleanor dachte über Victorias Worte vor dem Waschraum und Julians Versuch nach, sie daran zu hindern, um Hilfe zu rufen.
„Ja“, antwortete sie leise.
Die Ermittler kamen zum selben Schluss.
