Wenn Ihr Hund an Ihrem Intimbereich schnuppert, bedeutet das wirklich

  • Hände,
    • Füße,
    • der Hals,
    • und die Leistengegend.

    Vor allem im Intimbereich befinden sich sogenannte apokrine Schweißdrüsen. Diese produzieren Stoffe, die für Menschen kaum wahrnehmbar sind, für Hunde jedoch eine wahre Informationsquelle darstellen.

    Über diese Duftstoffe kann der Hund zahlreiche Hinweise erhalten, beispielsweise über:

    • die Identität einer Person,
    • ihr Alter,
    • ihr Geschlecht,
    • ihren emotionalen Zustand,
    • hormonelle Veränderungen,
    • und teilweise sogar gesundheitliche Veränderungen.

    Für den Hund handelt es sich also keineswegs um eine unangemessene Handlung. Er versucht lediglich, möglichst viele Informationen über sein Gegenüber zu sammeln.

    Kommunikation über Gerüche

    Hunde kommunizieren überwiegend über Gerüche. Wenn sich zwei Hunde begegnen, beschnuppern sie sich fast immer zuerst im Bereich unter dem Schwanz.

    Dort befinden sich Analdrüsen, die individuelle Duftstoffe abgeben. Diese funktionieren gewissermaßen wie ein persönlicher Ausweis.

    Innerhalb weniger Sekunden erfährt ein Hund dadurch unter anderem:

    • ob der andere Hund männlich oder weiblich ist,
    • ob er jung oder alt ist,
    • ob er gesund wirkt,
    • ob er gestresst oder entspannt ist,
    • ob eine Hündin läufig ist,
    • und ob ihm dieser Hund bereits bekannt ist.

    Da Menschen keine entsprechenden Duftdrüsen besitzen, konzentrieren sich Hunde auf Körperregionen, die dennoch besonders viele Geruchsinformationen enthalten.

    Hunde erkennen unsere Gefühle

    Viele Hundebesitzer stellen fest, dass ihr Vierbeiner sie besonders intensiv beschnuppert, wenn sie traurig, nervös oder gestresst sind.

    Das ist kein Zufall.

    Emotionen verändern unsere Körperchemie. Stresshormone wie Adrenalin oder Cortisol beeinflussen unseren Schweiß und damit auch unseren individuellen Körpergeruch.

    Der Hund nimmt diese Veränderungen häufig deutlich früher wahr als wir selbst.

    Deshalb reagieren manche Hunde besonders aufmerksam, wenn ihr Besitzer:

    • Angst hat,
    • traurig ist,
    • Schmerzen verspürt,
    • krank wird,
    • oder unter starkem Stress steht.

    Viele Assistenz- und Therapiehunde werden sogar speziell darauf trainiert, solche Veränderungen zu erkennen.

    Können Hunde Krankheiten riechen?

    Die Forschung beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dieser Frage.

    Mehrere Studien zeigen, dass Hunde bestimmte Erkrankungen tatsächlich über Veränderungen des Körpergeruchs erkennen können.

    Dazu gehören unter anderem:

    • Diabetes,
    • einige Krebsarten,
    • Parkinson,
    • bakterielle Infektionen,
    • epileptische Anfälle,
    • und Veränderungen des Blutzuckers.

    Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Familienhund automatisch Krankheiten diagnostizieren kann.

    Wenn ein Hund plötzlich ungewöhnlich häufig an einer bestimmten Körperstelle schnuppert oder leckt, sollte dies nicht als medizinische Diagnose verstanden werden. Bei gesundheitlichen Beschwerden ist immer eine ärztliche Untersuchung notwendig.

    Warum schnuppern Hunde bei manchen Menschen häufiger?

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