Weißer Schimmel oder Salpeter an den Wänden: Ursachen, Unterscheidung und wirksame Bekämpfung

Salpeter ist keineswegs nur ein optisches Problem. Bei der Kristallisation der Salze an der Wandoberfläche kommt es zu einer erheblichen Volumenzunahme. Dieser Kristallisationsdruck ist so hoch, dass er Putzschichten absprengen, Farben abplatzen lassen und auf Dauer das Mauerwerk zermürben kann.

Einfluss auf die Gesundheit

Während Salpeter selbst ungiftig ist, deutet sein Vorhandensein auf ein dauerhaft feuchtes Raumklima hin. Ein solches Milieu begünstigt das spätere Wachstum von gesundheitsschädlichen Schimmelpilzen und Bakterien. Zudem kann eine dauerhaft erhöhte Luftfeuchtigkeit die Atemwege belasten und das Risiko für allergische Reaktionen steigern.

Anleitung zur nachhaltigen Beseitigung

Eine reine Oberflächenreinigung beseitigt lediglich das Symptom. Wenn die Feuchtigkeitsursache nicht behoben wird, treten die Salzausblühungen nach kurzer Zeit erneut auf.

Phase 1: Die mechanische Entfernung der Salze

  1. Sicherheitsvorkehrungen treffen: Tragen Sie eine Staubmaske und Schutzbrille, um das Einatmen von Feinstaub zu vermeiden.

  2. Trocken abbürsten: Entfernen Sie die lose sitzenden Salzkristalle gründlich mit einer hartholzigen oder drahtbestückten Bürste. Arbeiten Sie stets von oben nach unten.

  3. Putz kontrollieren: Prüfen Sie, ob der Putz unter den Ausblühungen hohl klingt oder bereits sandet. Stark geschädigter Putz muss bis auf das blanke Mauerwerk abgeschlagen werden.

  4. Keine aggressiven Haushaltsmittel nutzen: Auf den Einsatz von Essig sollte verzichtet werden. Die darin enthaltene Säure kann mit kalkhaltigen Baustoffen reagieren und zusätzliche Salze bilden oder den Nährboden für Pilze verbessern.

Phase 2: Behandlung der Ursachen

  • Verbau einer Horizontalsperre: Bei aufsteigender Feuchtigkeit kann eine nachträgliche Injektionssperre im Niederdruckverfahren eingebracht werden, um das Nachströmen von Wasser aus dem Erdreich zu stoppen.

  • Fassadenschutz erneuern: Defekte Außenputze oder Risse in der Fassade müssen fachgerecht saniert und gegebenenfalls hydrophobiert (wasserabweisend imprägniert) werden.

  • Rohrbrüche lokalisieren: Liegt der Verdacht auf ein undichtes Leitungsnetz vor, muss eine professionelle Leckortung durchgeführt werden.

PrPreventive Maßnahmen für ein gesundes Raumklima

Um das erneute Auftreten von Feuchtigkeitsschäden und Ausblühungen dauerhaft zu verhindern, sollten folgende Grundregeln beachtet werden:

  1. Richtiges Lüftungsverhalten: Führen Sie mehrmals täglich eine Stoß- oder Querlüftung für 5 bis 10 Minuten durch. Dadurch wird die feuchte Raumluft schnell gegen trockene Außenluft ausgetauscht, ohne dass die Wände auskühlen.

  2. Ausreichender Wandabstand bei Möbeln: Stellen Sie schwere Möbelstücke mit mindestens 5 bis 10 Zentimetern Abstand zu Außenwänden auf. Nur so kann die Luft dahinter ausreichend zirkulieren.

  3. Gleichmäßiges Heizen: Halten Sie die Raumtemperatur auch in wenig genutzten Räumen konstant. Ausgekühlte Wände neigen verstärkt zu Feuchtigkeitskondensation.

  4. Einsatz von Sanierputzen: Bei der Instandsetzung von von Salz betroffenen Wänden sollten spezielle, hochporöse Sanierputze verwendet werden. Diese lagern die Salze im Inneren ab, ohne dass die Oberfläche geschädigt wird.

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