Während der Beerdigung eines 60-jährigen Bauern stürmte sein treues Pferd auf den Friedhof, obwohl mehrere Männer versuchten, das wilde Tier zu bändigen. Es begann, mit den Hufen heftig gegen den Sargdeckel zu schlagen. Alle Anwesenden erstarrten vor Entsetzen, als der Deckel aufsprang und sie sahen, was darin verborgen war.
Die Beerdigung des sechzigjährigen Bauern begann früh an einem kalten Morgen. Ein schwerer, grauer Himmel hing über dem Friedhof, der Wind wiegte sanft die kahlen Äste, und der nasse Boden vom Regen der Nacht klebte an den Schuhen. Verwandte, Nachbarn und fast das ganze Dorf hatten sich um das frisch ausgehobene Grab versammelt, denn jeder kannte den Verstorbenen. Manche kauften Milch bei ihm, manche hatten mit ihm auf dem Hof gearbeitet, und andere respektierten ihn einfach für seine Ehrlichkeit und seinen Fleiß.
Neben dem Sarg stand seine Frau, ihre Augen rot vom Weinen. Neben ihr rauchte ihr Sohn schweigend und wandte sich immer wieder ab, damit niemand sein zitterndes Gesicht sah. Der Priester sprach leise Gebete, während die Trauernden die Köpfe senkten. Nur der Wind und das gedämpfte Schluchzen der Frauen waren zu hören.
Dann zerriss plötzlich irgendwo in der Nähe ein lautes Wiehern die Stille.
Zuerst begriff niemand, was geschah. Die Leute drehten sich um, und Sekunden später stürmte ein riesiges, dunkelbraunes Pferd durch die Friedhofstore und rannte zwischen den Gräbern hindurch. Es war Thunder – der geliebte Hengst des Bauern, der fast fünfzehn Jahre an seiner Seite gelebt hatte.
Das Pferd sah seltsam aus.
Seine Augen waren weit aufgerissen, seine Nüstern bebten heftig, und seine nasse Mähne klebte an seinem Hals. Es rannte so schnell, dass Staub unter seinen Hufen aufwirbelte. Mehrere Männer stürzten sofort auf es zu und versuchten, die Zügel zu ergreifen, doch Donner riss den Kopf heftig herum, riss sich los und wieherte so laut, dass es den Anwesenden eiskalt den Rücken hinunterlief.
„Schafft ihn hier raus!“, rief jemand aus der Menge.
Doch das Pferd beachtete niemanden.
Plötzlich blieb es direkt neben dem Sarg stehen und verhielt sich noch seltsamer. Zuerst umkreiste Donner ihn, atmete schwer und beschnupperte unaufhörlich den Deckel. Dann schlug es plötzlich mit einem Huf scharf auf das Holz.
Ein dumpfer Schlag hallte durch den Friedhof.
Die Leute zuckten zusammen.
„Er ist vor Kummer verrückt geworden“, flüsterte eine Frau leise.
Doch der Donner schlug erneut gegen den Sarg.
Und wieder.
Mit jedem Schlag wurde das Pferd unruhiger. Es schnaubte nervös, warf den Kopf zurück und hämmerte immer heftiger gegen den Sarg, bis die Männer in Panik gerieten und versuchten, es wegzuzerren. Einer packte es am Hals, ein anderer versuchte, es von der Seite festzuhalten, doch plötzlich bäumte sich Donner auf und rammte seine Vorderhufe direkt in den Sarg.
Frauen schrien. Einige Menschen stolperten entsetzt zurück.
Das Pferd begann wütend gegen den Deckel zu schlagen, als wollte es etwas im Inneren erreichen. Risse breiteten sich im polierten Holz aus. Ein Schlag. Ein zweiter. Ein dritter.
Dann ertönte plötzlich ein lauter Knall.
Der Sargdeckel riss auf.
Für einige Sekunden herrschte totenstille Stille auf dem Friedhof.
Die Trauernden standen wie erstarrt vor Entsetzen da und starrten hinein.
Dann stieß jemand ein ängstliches Flüstern aus:
„Mein Gott…“
Im Inneren des Sarges, unter dem Leichnam selbst, befand sich ein dickes schwarzes Paket, das fest mit Klebeband umwickelt war.
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