Spinnen im Haus: Warum die ungeliebten Mitbewohner nützliche Helfer sind

Sollten wir Angst vor Heimischen Spinnen haben?

Die Furcht vor Spinnen ist in mitteleuropäischen Breitengraden tief verankert, biologisch jedoch unbegründet. Die in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich vorkommenden Arten sind für den Menschen harmlos.

1. Äußerst geringes Risiko von Bissen

Spinnen betrachten den Menschen keineswegs als Beute. Im Gegenteil: Der Mensch wird aufgrund seiner Größe und der von ihm ausgehenden Erschütterungen als Fressfeind wahrgenommen. Spinnen flüchten bei Annäherung instinktiv. Zu einem Biss kommt es nur in extremen Ausnahmesituationen, etwa wenn ein Tier versehentlich in Kleidung eingeklemmt oder in die Enge getrieben wird.

2. Schwaches Gift und ungeeignete Werkzeuge

Zwar besitzen fast alle Spinnen Giftdrüsen zur Betäubung ihrer Beute, doch bei den allermeisten heimischen Arten sind die Kieferklauen (Chelizeren) viel zu schwach, um die menschliche Haut überhaupt zu durchdringen. Selbst bei den wenigen Arten, deren Bisse die Haut durchdringen könnten (wie der Ammen-Dornfinger oder die Nosferatu-Spinne), ist die Wirkung in der Regel mit einem milden Wespen- oder Bienenstich vergleichbar.

Sanfte Methoden: Spinnen fernhalten oder umsiedeln, ohne sie zu töten

Wenn Sie trotz aller ökologischen Vorteile die Anwesenheit der achtbeinigen Nützlinge im Wohn- oder Schlafbereich nicht ertragen können, gibt es sanfte und tierfreundliche Alternativen zum Erschlagen.

1. Natürliche Hausmittel zur Abschreckung

Spinnen orientieren sich stark über ihren Geruchssinn an den Beinen. Bestimmte Düfte wirken auf sie abschreckend:

  • Pfefferminzöl: Mischen Sie einige Tropfen reines ätherisches Pfefferminzöl mit Wasser in einer Sprühflasche und behandeln Sie damit Tür- und Fensterrahmen.
  • Zitrusfrüchte: Das Einreiben von Fensterbänken mit Zitrusschalen kann Spinnen davon abhalten, über die Fenster ins Innere zu gelangen.
  • Essigwasser: Eine verdünnte Mischung aus weißem Essig und Wasser dient als natürlicher Geruchsriegel an Eingängen.

2. Das Haus sauber und attraktivitätsarm halten

Spinnen halten sich dort auf, wo es Nahrung gibt. Wenn Sie Krümel vermeiden, offene Lebensmittel verschließen, Risse im Mauerwerk abdichten und Fliegengitter an Fenstern anbringen, reduzieren Sie die Anzahl von Beateinsekten. In der Folge ziehen auch Spinnen weiter, da das Nahrungsangebot fehlt.

3. Tierfreundliches Einfangen und Umsiedeln

Das Einsaugen mit dem Staubsauger führt durch den Unterdruck und das Anschlagen an die Rohrwände meist zu einem qualvollen Tod des Tieres. Nutzen Sie stattdessen die Glas-und-Papier-Methode:

  1. Stülpen Sie ein durchsichtiges Trinkglas vorsichtig über die Spinne.
  2. Schieben Sie langsam ein festes Stück Papier oder dünne Pappe unter die Öffnung des Glases.
  3. Halten Sie das Papier fest an das Glas gepresst, tragen Sie die Spinne nach draußen und setzen Sie das Tier im Garten, Schuppen oder in der Nähe von Sträuchern aus.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *