Gerade Arbeitnehmende mit durchschnittlichem Einkommen müssen sich auf spürbar höhere Belastungen einstellen. Durch die neue Kalkulation steigen die Gesamtsozialabgaben um einen mittleren zweistelligen Betrag pro Jahr – je nach Bruttolohn sogar darüber. Wer ohnehin knapp kalkuliert, wird das Plus auf dem Gehaltszettel unmittelbar merken.
Noch stärker trifft es Selbstständige, die ihre Beiträge komplett allein tragen. Je nach Einkommenshöhe kann die monatliche Mehrbelastung auf über zwanzig Euro anwachsen. Zwar verweist die Kasse auf parallel sinkende Arbeitgeberumlagen, für Solo-Unternehmer:innen und Freiberufler:innen reicht das jedoch kaum als Trost.
Mit der Ankündigung der Erhöhung öffnet sich automatisch dasSonderkündigungsrecht. Versicherte dürfen innerhalb von zwei Monaten zu einer alternativen Krankenkasse wechseln, auch wenn sie ihre reguläre Bindungsfrist noch nicht erfüllt haben. Vergleichsportale rechnen bereits mit einem spürbaren Anstieg der Wechselanträge – nicht zuletzt, weil mehrere Mitbewerber ihren Zusatzbeitrag in diesem Jahr stabil halten oder sogar leicht senken konnten.
Allerdings sollten Mitglieder nicht allein auf den Prozentsatz schielen. Rabattprogramme, Bonusmodelle und Servicequalität unterscheiden sich teils erheblich. Wer also Nutzen aus dem Sonderkündigungsrecht ziehen möchte, sollte nicht nur die Beitragshöhe, sondern auch Leistungsumfang und Erreichbarkeit der neuen Kasse prüfen.
Erst jetzt wird offiziell, wer seine Versicherten stärker zur Kasse bittet: Deutschlands größte Innungskrankenkasse, die IKK Classic, hebt zum 1. August ihren Zusatzbeitrag um 0,45 Prozentpunkte auf 3,85 Prozent an. Betroffen sind mehr als 2,3 Millionen Mitglieder und deren Familienangehörige – damit zählt die Maßnahme zu den größten Einzelanhebungen dieses Sommers.
