Der Milliardär tat so, als ob er schliefe, um seine neue Haushälterin zu testen…

2.

In der Nacht hörte Inés ein leises Geräusch, kaum wahrnehmbar, wie eine Melodie, die durch die Wände drang, und sie blieb stehen, lauschte, versuchte zu erkennen, ob es nur ihre Vorstellung war oder ob tatsächlich etwas hinter der verschlossenen Tür existierte, das nicht zur Ruhe kam, und obwohl sie sich selbst sagte, dass sie die Regeln befolgen sollte, ließ sie der Gedanke nicht los, dass dieses Haus mehr verbarg, als es zeigte. Am nächsten Tag begegnete sie Alejandro erneut, und diesmal lag etwas in seinem Blick, das weniger Distanz und mehr Erschöpfung verriet.
„Du hast etwas gehört“, sagte er leise.
Inés nickte.
„Eine Stimme.“
Er schloss kurz die Augen, als würde er eine Erinnerung zurückdrängen.
„Manchmal bleiben Dinge länger, als sie sollten“, murmelte er.
„Oder sie wurden nie wirklich abgeschlossen“, entgegnete sie ruhig.
Ein Moment verging, in dem keiner von beiden sprach, und dann traf sie eine Entscheidung, die sie selbst überraschte.
„Öffne die Tür.“
Das Haus schien stiller zu werden, als würde es auf seine Reaktion warten, und Alejandro stand reglos da, als hätte sie etwas ausgesprochen, das nicht ausgesprochen werden durfte, doch schließlich wandte er sich ab, ging langsam die Treppe hinauf und hielt einen Schlüssel in der Hand, den Inés zuvor nie gesehen hatte. Mrs. Robles folgte ihnen mit unsicheren Schritten, ihre Hände zitterten leicht, während sie die Tür erreichten, und für einen kurzen Moment wirkte es, als würde niemand den Mut haben, weiterzugehen.
„Du musst das nicht allein tun“, sagte Inés leise.
Alejandro setzte den Schlüssel an, drehte ihn langsam und öffnete die Tür, und als sie eintraten, fanden sie ein Kinderzimmer vor, das unberührt wirkte, als wäre die Zeit dort stehen geblieben, mit Spielzeugen, kleinen Kleidern und einem Bett, das sorgfältig gemacht war, als würde jemand jeden Moment zurückkehren. Auf dem Kissen lag ein weiteres Holzkaninchen, diesmal mit einer neuen Schleife, und Mrs. Robles flüsterte erschrocken.
„Das war vorher nicht da.“
Alejandro hob es auf, entdeckte eine kleine Nachricht und öffnete sie mit zitternden Händen, während Inés neben ihm stand und das Gefühl hatte, dass sie gerade einen Punkt erreicht hatten, an dem es kein Zurück mehr gab.
„Was steht dort?“, fragte sie.
Er antwortete nicht sofort, doch sein Blick veränderte sich, wurde dunkler, konzentrierter, und genau in diesem Moment begann irgendwo im Raum eine Spieluhr zu spielen, eine leise, vertraute Melodie, die sich langsam ausbreitete, während aus der Tiefe des Zimmers ein leises Lachen zu hören war, das nicht laut war, aber unmöglich zu überhören, und Inés wusste, dass das, was sie gefunden hatten, erst der Anfang war.Ti.p.pen

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