Ihre Nieren arbeiten rund um die Uhr – deshalb verdienen sie besonderen Schutz
Die Nieren gehören zu den wichtigsten Organen des menschlichen Körpers. Obwohl sie oft erst dann Aufmerksamkeit erhalten, wenn Probleme auftreten, erfüllen sie jeden Tag lebenswichtige Aufgaben. Sie filtern Abfallstoffe aus dem Blut, regulieren den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt, unterstützen die Blutdruckkontrolle und helfen dabei, zahlreiche Stoffwechselprozesse im Gleichgewicht zu halten.
Jeden Tag fließen etwa 150 bis 180 Liter Flüssigkeit durch die Nieren. Dabei werden Schadstoffe, Stoffwechselprodukte und überschüssige Flüssigkeit herausgefiltert und über den Urin ausgeschieden.
Da die Nieren auch viele Medikamente verarbeiten und ausscheiden, können bestimmte Arzneimittel die Nierenfunktion zusätzlich belasten – insbesondere bei langfristiger Anwendung, hohen Dosierungen oder bei Menschen mit bereits bestehenden Nierenproblemen.
Wichtig: Die in diesem Artikel genannten Medikamente sind nicht grundsätzlich gefährlich. Viele von ihnen sind wichtige und wirksame Behandlungen. Dennoch ist es sinnvoll zu wissen, welche Arzneimittel unter bestimmten Umständen die Nieren stärker beanspruchen können.
Warum Medikamente die Nieren belasten können
Nachdem Medikamente ihre Wirkung im Körper entfaltet haben, müssen ihre Abbauprodukte ausgeschieden werden.
Dabei übernehmen die Nieren häufig einen Großteil der Arbeit.
Einige Arzneimittel können:
- Die Durchblutung der Nieren beeinflussen
- Die Filterfunktion beeinträchtigen
- Die Nierenzellen direkt reizen
- Das Risiko für Flüssigkeitsmangel erhöhen
- Die Ausscheidung bestimmter Stoffe verändern
Besonders gefährdet sind:
- Ältere Menschen
- Personen mit Diabetes
- Menschen mit Bluthochdruck
- Patienten mit chronischer Nierenerkrankung
- Personen mit Flüssigkeitsmangel
1. Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)
Zu dieser Medikamentengruppe gehören beispielsweise:
- Ibuprofen
- Naproxen
- Diclofenac
Diese Medikamente werden häufig gegen:
- Schmerzen
- Entzündungen
- Fieber
eingesetzt.
Warum können sie die Nieren belasten?
NSAR können die Durchblutung der Nieren verringern.
Dies ist besonders problematisch bei:
- Dehydrierung
- Herzinsuffizienz
- Bestehenden Nierenerkrankungen
Gelegentliche Anwendung bei gesunden Menschen ist meist unproblematisch, eine langfristige oder hochdosierte Einnahme sollte jedoch ärztlich überwacht werden.
2. Bestimmte Antibiotika
Einige Antibiotika werden über die Nieren ausgeschieden.
Dazu gehören unter anderem:
- Gentamicin
- Tobramycin
Mögliche Auswirkungen
Bei längerer Anwendung oder hohen Dosierungen können bestimmte Antibiotika die Nierenzellen reizen.
Deshalb werden bei manchen Behandlungen regelmäßig Blutwerte kontrolliert.
3. Protonenpumpenhemmer gegen Sodbrennen
Zu den bekannten Wirkstoffen gehören:
- Omeprazol
- Pantoprazol
- Esomeprazol
Diese Medikamente werden häufig bei:
- Sodbrennen
- Magengeschwüren
- Reflux
eingesetzt.
Warum werden sie diskutiert?
Studien haben Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen langfristiger Anwendung und bestimmten Nierenproblemen gefunden.
Die meisten Menschen profitieren jedoch von diesen Medikamenten, wenn sie korrekt eingesetzt werden.
4. Diuretika (Entwässerungsmittel)
Diuretika helfen dem Körper, überschüssige Flüssigkeit auszuscheiden.
Bekannte Beispiele:
- Furosemid
- Hydrochlorothiazid
Mögliche Risiken
Bei falscher Dosierung oder unzureichender Flüssigkeitszufuhr kann es zu:
- Dehydrierung
- Elektrolytstörungen
- Belastung der Nierenfunktion
kommen.
5. ACE-Hemmer und Angiotensin-Rezeptorblocker
Diese Medikamente werden häufig bei:
- Bluthochdruck
- Herzinsuffizienz
- Diabetes
eingesetzt.
Beispiele:
- Ramipril
- Lisinopril
- Losartan
Ein wichtiger Hinweis
Diese Medikamente schützen langfristig häufig sogar die Nieren, insbesondere bei Diabetes.
Zu Beginn der Behandlung kann jedoch eine engmaschige Kontrolle der Nierenwerte erforderlich sein.
6. Lithium
Lithium wird bei bestimmten psychischen Erkrankungen eingesetzt.
Warum sind Kontrollen wichtig?
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