Jedes Jahr spare ich meine dreizehnte Rente für eine Woche Urlaub in Kołobrzeg mit meiner Schwester. Dieses Jahr meinte mein Sohn, da ich ja schon dreizehn werde, könne ich mich auch an der Hochzeit meiner Enkelin beteiligen.
Ich sagte ihm, dass ich bereits eine Reise geplant hätte. Mir wurde gesagt, dass die Familie wichtiger sei als Launen.
Das Handy lag mit dem Display nach oben auf der Küchentheke und leuchtete, als wolle es, dass ich die Nachricht noch einmal las. „Mama, wir reden in Ruhe darüber, aber du solltest bedenken, dass die Hochzeit nicht meine Entscheidung ist, sondern die deiner Enkelin.“ Ich las sie dreimal. Nach dem vierten Mal legte ich das Handy in die Schublade unter die Küchentücher und klappte es zu, als ob damit die Sache erledigt wäre.
Es hat nicht geschlossen.
Grzegorz rief am nächsten Morgen an, noch bevor ich meinen Kaffee getrunken hatte. Er sagte nicht „Guten Morgen“, sondern fragte:
„Hast du schon mit Tante Lucyna gesprochen?“ Denn das hatte ich.
Mir wurde ganz flau im Magen. Lucyna. Meine Schwester, mit der ich jedes Jahr nach Kołobrzeg fuhr. Unsere Woche. Unsere eine Woche im Jahr, in der wir nicht Mutter, Großmutter oder Betreuerin von irgendjemandem waren – einfach nur zwei Schwestern, die auf der Seebrücke Kaffee tranken und über Dinge lachten, über die sonst niemand lachen würde.
„Was hast du ihr gesagt?“, fragte ich leise.
„Vielleicht fährst du dieses Jahr woanders hin. Für drei Tage. Dann musst du nicht so viel ausgeben.“
Ich stand mit einem Becher in der Hand in der Küche und wusste nicht, was schlimmer war – dass mein Sohn meine Schwester anrief, um über mein Geld zu verhandeln, oder dass in seiner Stimme nicht die geringste Spur von Verlegenheit zu hören war.
Mein Name ist Danuta, ich bin 63 Jahre alt und seit vier Jahren im Ruhestand. Dreißig Jahre lang arbeitete ich als Krankenschwester im Provinzkrankenhaus in Olsztyn – zunächst in der Inneren Medizin, später in der Geriatrie.
Ich stand um fünf Uhr auf, kam erst nach acht Uhr abends nach Hause und arbeitete am Wochenende in Schichten, um für die Ferien meiner Kinder zu sparen. Ich bin nie ins Ausland gereist. Ich war nie in einem Sanatorium, weil immer jemand das Geld dringender brauchte als ich. Und die Rente vom 13. – das war das einzige Geld, für das ich niemandem Rechenschaft ablegen musste.
