Nagelpilz gehört zu den häufigsten Erkrankungen der Finger- und Fußnägel. Betroffene Nägel können sich gelblich, weißlich oder bräunlich verfärben, dicker werden, ihre glatte Oberfläche verlieren oder an den Rändern brüchig werden. Besonders häufig tritt Nagelpilz an den Zehennägeln auf, da Füße über längere Zeit in warmen, feuchten Schuhen stecken. Genau dieses feuchtwarme Umfeld bietet Pilzen ideale Bedingungen, um sich auszubreiten.
Viele Menschen suchen bei ersten Veränderungen nach natürlichen Möglichkeiten, um die Nägel zusätzlich zu pflegen und das Wachstum von Pilzen zu hemmen. Nelken werden in diesem Zusammenhang häufig als traditionelles Hausmittel genannt. Sie enthalten aromatische Pflanzenstoffe, von denen insbesondere Eugenol für seine antimikrobiellen Eigenschaften bekannt ist.
Eine selbst hergestellte Nelkenölmischung kann deshalb als ergänzende Pflegemaßnahme verwendet werden. Dabei ist jedoch wichtig zu wissen, dass ein Hausmittel eine nachgewiesene medizinische Behandlung nicht immer ersetzen kann. Vor allem bei stark verdickten, schmerzhaften oder bereits teilweise zerstörten Nägeln sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Was ist Nagelpilz?
Nagelpilz wird medizinisch als Onychomykose bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Infektion der Nagelplatte, des Nagelbetts oder der umliegenden Nagelstrukturen. Häufig werden solche Infektionen durch sogenannte Dermatophyten verursacht. Es können jedoch auch Hefepilze oder Schimmelpilze beteiligt sein.
Die Infektion beginnt oft unauffällig an einer Ecke oder am Rand des Nagels. Im Laufe der Zeit kann sie sich über einen größeren Teil der Nagelplatte ausbreiten. Der Nagel verliert dann zunehmend seine natürliche Farbe, Festigkeit und gleichmäßige Struktur.
Typische Anzeichen von Nagelpilz können sein:
gelbliche, weißliche oder bräunliche Verfärbungen
eine verdickte Nagelplatte
brüchige oder splitternde Nagelränder
eine raue oder unebene Oberfläche
Ablagerungen unter dem Nagel
teilweises Ablösen des Nagels vom Nagelbett
unangenehmer Geruch
Druckempfindlichkeit in engen Schuhen
Entzündungen der umliegenden Haut
Nicht jede Nagelveränderung wird durch einen Pilz verursacht. Auch Verletzungen, Schuppenflechte, Durchblutungsstörungen, bestimmte Hautkrankheiten oder wiederholter Druck durch ungeeignete Schuhe können das Aussehen der Nägel verändern. Bei Unsicherheit ist eine medizinische Untersuchung sinnvoll.
Warum werden Nelken traditionell gegen Pilze verwendet?
Nelken sind die getrockneten Blütenknospen des Nelkenbaums. Sie werden seit Jahrhunderten als Gewürz und in der traditionellen Pflanzenkunde eingesetzt. Ihr intensiver Geruch und Geschmack entstehen durch ätherische Öle, die in hoher Konzentration in den Knospen enthalten sind.
Der wichtigste Bestandteil des ätherischen Nelkenöls ist Eugenol. Dieser Pflanzenstoff besitzt antimikrobielle Eigenschaften und wird deshalb auch in verschiedenen kosmetischen, hygienischen und zahnmedizinischen Produkten verwendet.
Eugenol kann unter Laborbedingungen das Wachstum bestimmter Mikroorganismen hemmen. Aus diesem Grund gelten Nelken als interessantes pflanzliches Mittel zur begleitenden Pflege bei Haut- und Nagelproblemen.
Neben Eugenol enthalten Nelken weitere Pflanzenstoffe, darunter:
Flavonoide
Gerbstoffe
Phenolverbindungen
verschiedene antioxidative Substanzen
Diese Bestandteile können dazu beitragen, die Haut zu pflegen und unerwünschte Mikroorganismen auf der Oberfläche zu begrenzen. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass eine selbst gemachte Nelkenmischung jeden Nagelpilz zuverlässig beseitigt. Die Wirkung hängt unter anderem davon ab, welcher Erreger vorliegt, wie tief die Infektion reicht und wie lange sie bereits besteht.
Die möglichen Vorteile einer Nelkenölmischung
Eine verdünnte Nelkenölzubereitung kann bei regelmäßiger Anwendung mehrere pflegende Funktionen erfüllen.
Sie kann dabei helfen, die betroffene Nageloberfläche geschmeidig zu halten. Auch die trockene oder rissige Haut um den Nagel herum kann durch ein geeignetes Trägeröl gepflegt werden.
Der intensive Geruch der Nelke kann außerdem unangenehme Gerüche überdecken, die häufig bei stark schwitzenden Füßen oder gleichzeitig bestehenden Hautproblemen auftreten.
Das verwendete Kokosöl oder Olivenöl dient dabei nicht nur als Verdünnung. Es erleichtert das Auftragen, verringert das Risiko von Hautreizungen und bildet einen leichten Schutzfilm auf Nagel und Haut.
Kokosöl besitzt eine eher feste, cremige Konsistenz und lässt sich besonders gut auf einzelnen Nägeln verteilen. Olivenöl ist flüssiger und eignet sich gut zum Einmassieren größerer Flächen.
Rezept für ein einfaches Nelkenöl
Zutaten
Für die Zubereitung benötigen Sie:
1 Esslöffel ganze Nelken
125 Milliliter Kokosöl oder Olivenöl
1 sauberes, trockenes Glasgefäß mit Deckel
ein feines Sieb oder einen Kaffeefilter
optional eine dunkle Glasflasche zur Aufbewahrung
Verwenden Sie möglichst saubere Küchenutensilien. Feuchtigkeit oder Verunreinigungen im Gefäß können die Haltbarkeit des Öls beeinträchtigen.
