Bevor Reißverschlüsse, Klettverschlüsse oder elastische Schuhe alltäglich wurden, war das Anziehen oft nur mit praktischen Hilfsmitteln möglich. Eines davon war der Knöpfhaken, auch als Schuhknöpfer bekannt. Dieses nützliche Werkzeug war vom späten 19. Jahrhundert bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts weit verbreitet.
Was ist das?
Ein Knöpfhaken ist ein Werkzeug zum Schließen von Schuhen, Stiefeln, Handschuhen und anderen Kleidungsstücken mit kleinen, schwer zu greifenden Knöpfen.
Typische Merkmale sind:
- Ein Metallhaken, der durch das Knopfloch geführt wird, den Knopf erfasst und durch das Loch zieht.
- Ein Griff – häufig aus rotem Kunststoff, Bakelit oder Holz –, der eine sichere und komfortable Handhabung ermöglicht.
Dank seiner kompakten Form ließ sich das Werkzeug bequem in der Hand halten und erleichterte das Schließen eng anliegender Stiefel oder Handschuhe erheblich – besonders dann, wenn die Knöpfe klein oder sehr fest waren.
Wer benutzte ihn?
- Ältere Menschen oder Personen mit Arthritis, denen feine Handbewegungen schwerfielen.
- Frauen und Männer mit hoch geknöpften Stiefeln, die um 1900 besonders modern waren.
- Kinder, deren Feinmotorik noch nicht vollständig entwickelt war.
- Hausangestellte, die ihre Arbeitgeber schnell und effizient ankleiden mussten.
